FWG und Volt bilden in Bergisch Gladbach überraschende Ratsfraktion
Freie Wähler Gemeinschaft (FWG) und Volt wollen in Bergisch Gladbach gemeinsam Fraktionsstatus erlangen
Die Freie Wähler Gemeinschaft (FWG) und die Partei Volt planen im Stadtrat von Bergisch Gladbach eine Zusammenarbeit. Nach der jüngsten Kommunalwahl streben beide Gruppen die Bildung einer gemeinsamen Fraktion an. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund verschärfter Regeln für die Anerkennung als Fraktion, die kleinere Parteien vor Herausforderungen stellen.
Die FWG errang bei der Wahl zwar zwei Sitze, verfehlte jedoch die neue Mindestanforderung für eine eigenständige Fraktion. Durch die Partnerschaft mit Volt, das einen Sitz hält, hoffen beide, die notwendige Hürde zu nehmen und ihre politische Einflussmöglichkeit zu stärken.
Mit 2,5 Prozent der Stimmen sicherte sich die FWG zwei Mandate im Rat. Doch die angehobene Mindestgröße für Fraktionsstatus verhinderte, dass sie allein eine Fraktion bilden konnte. Die Partei kritisierte die Regeländerung scharf und argumentiert, sie schränke die Mitwirkungsmöglichkeiten kleinerer Gruppen ein.
Die Gespräche mit Volt begannen kurz nach der Wahl. Beide Seiten betonen die praktische Zusammenarbeit, insbesondere in den Bereichen Verkehr, Digitalisierung und Haushaltsdisziplin. Alex Becker (Volt) und Rainer Roehr (FWG) heben einen lösungsorientierten Ansatz hervor.
Unterdessen trat Benno Nuding, Mitbegründer und ehemaliger Vorsitzender der FWG, aus der Partei aus. Zunächst wird er als fraktionsloser Stadtrat amtieren, könnte aber später einer Fraktion beitreten, falls die Bedingungen stimmen. Als Grund für seinen Austritt nannte Nuding fehlende Zukunftsperspektiven für die FWG in Bergisch Gladbach.
Die neue Volt/FWG-Fraktion hat sich bereits Gehör verschafft. Im März 2026 sprach sie sich öffentlich gegen die Zusammenarbeit von CDU mit AfD und Bürgerpartei bei Haushaltsentscheidungen aus. Ihre gemeinsame Stimme in Ausschüssen und Ratssitzungen bildet ein Gegengewicht zu rechtspopulistischen Bündnissen.
Über die Tagespolitik hinaus verfolgt das Bündnis gemeinsame Ziele: Naturschutz, das Entwicklungsprojekt Zanders und die Verbesserung der städtischen Infrastruktur. Beide Parteien sind überzeugt, dass ihre Allianz in diesen Bereichen wirksamere Ergebnisse erzielen wird.
Mit nun drei Sitzen erfüllt die Volt/FWG-Fraktion die Voraussetzungen für den offiziellen Status. Die Kooperation ermöglicht es ihnen, größere Parteien herauszufordern und ihre politischen Prioritäten voranzutreiben. Gleichzeitig markiert das Bündnis einen Wandel in der lokalen Machtbalance – kleinere Gruppen finden neue Wege, um Einfluss zu behalten.






