Fraunhofer ILT revolutioniert Luftfahrt mit nachhaltiger Lasertechnik und Wasserstoffantrieben
Tobias LehmannFraunhofer ILT revolutioniert Luftfahrt mit nachhaltiger Lasertechnik und Wasserstoffantrieben
Forschende am Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT in Aachen entwickeln bahnbrechende additive Fertigungsverfahren, um die Luft- und Raumfahrtproduktion umweltfreundlicher und kostengünstiger zu gestalten. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen fortschrittliche Technologien wie das Laser-Pulverbett-Schmelzen (LPBF), das Emissionen und Kosten in der Flugzeug- und Raketenherstellung reduziert.
LPBF ist ein zentrales Verfahren zur Herstellung leichter, hochfester Bauteile, die in modernen Flugzeugen zum Einsatz kommen. Die Technologie ermöglicht komplexe Designs, die mit herkömmlichen Methoden nur schwer realisierbar sind. Trotz des hohen Energiebedarfs hinterlässt die additive Fertigung im Vergleich zu konventionellen Produktionsverfahren einen kleineren ökologischen Fußabdruck.
Das Fraunhofer ILT hat zudem spezielle Metallpulver entwickelt, die auf wasserstoffbetriebene Antriebssysteme zugeschnitten sind. Diese Materialien sind für das LPBF optimiert und gewährleisten Langlebigkeit und Effizienz in Triebwerken der nächsten Generation. Um die Qualität zu sichern, erkennen hochmoderne Sensoren während des Druckvorgangs selbst kleinste Fehler ab 0,4 Millimetern – das verringert den Aufwand für aufwendige Nachkontrollen.
Das Institut spielt eine führende Rolle in zwei zentralen Initiativen: Im EU-geförerten Projekt ENLIGHTEN geht es um die Entwicklung kostengünstiger und umweltfreundlicher Raketentriebwerke, die mit Biomethan und grünem Wasserstoff betrieben werden. Gleichzeitig erforscht das Programm TIRIKA Wasserstoff als emissionsfreien Treibstoff für die Luftfahrt. Beide Vorhaben unterstützen das Ziel der Europäischen Kommission, die CO₂-Emissionen im Luftverkehr bis 2050 im Vergleich zu 1990 um 60 Prozent zu senken.
Für mehr Nachhaltigkeit setzt das Fraunhofer ILT auf Ökobilanz-Tools (Life Cycle Assessment, LCA), mit denen die Umweltauswirkungen der Fertigungsprozesse gemessen werden. Dieser Ansatz hilft, die Verfahren weiter zu optimieren, und untermauert die Bestrebungen der EU nach strengeren Nachhaltigkeitsvorgaben – etwa durch das geplante EU-Weltraumgesetz (EUSL) für Raumfahrtaktivitäten.
Die Innovationen des Fraunhofer ILT könnten die Luft- und Raumfahrtfertigung grundlegend verändern, indem sie sauberer und effizienter wird. Angesichts laufender EU-Projekte und ambitionierter Klimaziele dürften diese Technologien bald zum Standard in der Flugzeug- und Raketenproduktion werden.






