05 June 2026, 17:30

Forscher entschlüsseln, wie westlicher Lebensstil chronische Entzündungen auslöst

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Forscher entschlüsseln, wie westlicher Lebensstil chronische Entzündungen auslöst

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die zweite Förderphase für den Sonderforschungsbereich (SFB) 1454 mit dem Titel „Metaflammation und zelluläre Programmierung“ bewilligt. In diesem interdisziplinären Projekt arbeiten Wissenschaftler:innen führender Einrichtungen zusammen, um zu erforschen, wie Faktoren des westlichen Lebensstils chronische Entzündungen und damit verbundene Erkrankungen vorantreiben. Im Fokus stehen dabei Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurodegenerative Leiden und das metabolische Syndrom – allesamt mit anhaltenden, schwelenden Entzündungsprozessen verbunden.

Ein westlicher Lebensstil – geprägt von kalorienreicher Ernährung, Bewegungsmangel und Dauerstress – löst einen Zustand chronischer, niedriggradiger Entzündung aus, die als Metaflammation bezeichnet wird. Langfristig trägt dieser Prozess zur Entstehung schwerer Krankheiten bei, von Herzerkrankungen über Diabetes bis hin zu neurodegenerativen Störungen. Der SFB 1454 zielt darauf ab, die biologischen Mechanismen hinter der Metaflammation aufzudecken und neue Ansätze zur Vorbeugung oder Behandlung dieser Erkrankungen zu entwickeln.

Die Forscher:innen nutzen moderne Methoden wie die Massenspektrometrie, um Stoffwechselveränderungen in Zellen, Geweben und Körperflüssigkeiten zu analysieren. Diese Techniken helfen, Schlüsselmetabolite zu identifizieren, die Stoffwechsel und Entzündung verknüpfen. Ein wichtiger Durchbruch gelang dem Team von Professor Karsten Hiller an der Technischen Universität Braunschweig: Entzündete Immunzellen, insbesondere Makrophagen, verlieren große Mengen der Aminosäure Aspartat. Dieser Verlust scheint eine zentrale Rolle bei der Regulation entzündlicher Reaktionen zu spielen – vor allem dabei, wie diese Zellen Stickstoffmonoxid produzieren.

In der nächsten Förderphase werden die Wissenschaftler:innen genauer untersuchen, warum der Aspartat-Spiegel während Entzündungen sinkt und wie sich dies auf die Funktion der Makrophagen auswirkt. Parallel ist die Technische Universität Braunschweig an zwei SFB-Projekten beteiligt, darunter die Entdeckung von Mesaconat – einem neu identifizierten entzündungshemmenden Molekül in Immunzellen. Ihre Arbeit unterstreicht die Bedeutung der Immunmetabolismus-Forschung für die Steuerung der körpereigenen Entzündungsreaktionen.

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Der SFB bündelt das Know-how mehrerer Institutionen, darunter die Universität Bonn, das Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung, das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und das Deutsche Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ). Durch die Zusammenarbeit von Ressourcen und Expertise strebt das Team an, Forschungsergebnisse in praktische Strategien zur Bekämpfung lebensstilbedingter Krankheiten umzusetzen.

Die zweite Förderphase ermöglicht es den Forscher:innen, ihre Untersuchungen zu den Ursachen der Metaflammation auszuweiten. Ihre Erkenntnisse könnten zu gezielten Therapien und Präventionsmethoden für chronisch-entzündliche Erkrankungen führen. Die Arbeit des SFB bleibt darauf ausgerichtet, wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Lösungen für die Verbesserung der öffentlichen Gesundheit zu überführen.

Quelle