Elektrische Lkw mit Reichweitenverlängerer senken Betriebskosten um bis zu 33 %
Jakob MayerElektrische Lkw mit Reichweitenverlängerer senken Betriebskosten um bis zu 33 %
Eine neue Studie des Ingenieursdienstleisters FEV zeigt, dass elektrische Lkw mit Reichweitenverlängerer (REEVs) die Betriebskosten im Vergleich zu herkömmlichen Diesel-Lkw um bis zu einem Drittel senken könnten. Die Ergebnisse unterstreichen zudem erhebliche ökologische Vorteile, da die CO₂-Emissionen deutlich niedriger ausfallen. Diese hybridelektrischen Fahrzeuge gewinnen bei Europas größten Logistikunternehmen an Fahrt – mehrere planen, sie bis 2028 einzuführen.
REEV-Lkw kombinieren elektrischen Antrieb mit einem kleineren Verbrennungsmotor als Reichweitenverlängerer, wodurch der Bedarf an großen Batterien sinkt. Während ein rein elektrischer Fernverkehrs-Lkw in der Regel etwa 560 kWh benötigt, kommt ein REEV mit rund 280 kWh aus. Die kleinere Batterie verringert das Fahrzeuggewicht, erhöht die Nutzlast und senkt die Anschaffungskosten.
Die wirtschaftlichen Vorteile beschränken sich nicht auf den Kaufpreis. Durch nächtliches Laden mit 22 kW – bei Industrie-Strompreisen von etwa 19 Cent pro kWh – können die Lkw am folgenden Tag fast vollständig elektrisch fahren. Dadurch entfällt die Notwendigkeit teurer Megawatt-Ladestationen, während die Energiekosten niedrig bleiben.
Die FEV-Analyse, die auf realen europäischen Fahrprofilen basiert, zeigt, dass die Gesamtbetriebskosten (TCO) unter optimalen Bedingungen um bis zu 33 % sinken können. Selbst in den wenig effizientesten Fernverkehrsszenarien liegen die Einsparungen noch bei etwa 14 %. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass sich diese Lkw problemlos in bestehende Depotstrukturen integrieren lassen und nur minimale Infrastrukturänderungen erfordern.
Große Logistikunternehmen zeigen bereits Interesse. Marktforschungen von McKinsey und dem Europäischen Lkw- und Logistikverband (ETLA) zufolge haben 15 bis 20 Unternehmen – darunter DHL, DB Schenker und Amazon Logistics – bereits Pilotprojekte oder konkrete Einführungspläne. Deutschland, die Niederlande und Frankreich dürften die Vorreiter bei der Markteinführung bis 2028 sein.
Der Umstieg auf REEV-Lkw bietet sowohl finanzielle als auch ökologische Vorteile. Mit geringeren Gesamtkosten, reduzierten Emissionen und vereinfachten Ladeanforderungen stellen diese Fahrzeuge eine praxistaugliche Alternative zu Diesel-Lkw dar. Logistikunternehmen steuern von Testphasen auf eine breitere Einführung zu – ein möglicher Branchenwandel zeichnet sich in den kommenden Jahren ab.
Neue Daten enthüllen 82% Emissionsreduktion und aktive Entwicklung von Hybrid-Lkw
Die Studie enthält nun eine genaue Ökologische Metrik: REEV-Lkw könnten das Treibhauspotential um bis zu 82% im Vergleich zu Dieselmodellen reduzieren. FEV entwickelt auch Demonstratorfahrzeuge, um diese Ergebnisse zu validieren und sie bis 2028 in marktfähige Lösungen überzuführen.