Düsseldorf gedenkt 25 Jahre nach den antisemitischen Anschlägen von 2000
Tobias LehmannDüsseldorf gedenkt 25 Jahre nach den antisemitischen Anschlägen von 2000
Zwei antisemitische Anschläge erschütterten Düsseldorf im Jahr 2000 – die ersten schweren Übergriffe auf jüdisches Leben in der Stadt seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Bombenanschläge und der Brandstiftungsversuch lösten landesweite Empörung aus und führten zu Aufrufen nach mehr Solidarität. Nun, 25 Jahre später, bereitet sich die jüdische Gemeinde darauf vor, dieser Ereignisse zu gedenken – gemeinsam mit dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023.
Beim ersten Anschlag explodierte am 27. Juli 2000 eine Bombe am S-Bahnhof Wehrhahn. Zehn Menschen wurden verletzt, darunter sechs Mitglieder der jüdischen Gemeinde. Trotz intensiver Ermittlungen konnte der Attentäter nie ermittelt werden.
Nur wenige Monate später, in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 2000, zielte ein Brandanschlag auf die Düsseldorfer Synagoge. Das Gebäude wurde beschädigt, doch es gab keine Verletzten. Zwei Täter wurden später wegen ihrer Beteiligung an diesem zweiten Anschlag verurteilt.
Die Vorfälle lösten in ganz Deutschland Proteste und Solidaritätskundgebungen aus. Bundeskanzler Gerhard Schröder besuchte die Synagoge und rief zu einem "Aufstand der Anständigen" gegen Hass auf. Dennoch zögern viele jüdische Bürger bis heute, sich offen als solche zu erkennen – aus anhaltender Sorge um ihre Sicherheit.
Michael Szentei-Heise, ehemaliger Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, betont die Bedeutung von Wachsamkeit. Seine Warnungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Gemeinde sich auf die Gedenkveranstaltungen zum 25. Jahrestag der Anschläge vorbereitet.
Die Angriffe von 2000 markieren einen Wendepunkt für die jüdische Gemeinde Düsseldorfs. Zwar wurden zwei Täter für den Synagogenbrand verurteilt, doch der Bahnhofsattentäter entkam bis heute der Justiz. Heute dient der Jahrestag als Mahnmal – sowohl für die Gewalt der Vergangenheit als auch für die anhaltenden Sorgen über Antisemitismus in Deutschland.






