Dieter Nuhr in der Kritik: Verharmlost er Gewalt gegen Frauen durch umstrittene Femizid-Äußerungen?
Anton GüntherDieter Nuhr in der Kritik: Verharmlost er Gewalt gegen Frauen durch umstrittene Femizid-Äußerungen?
Der Komiker Dieter Nuhr hat heftige Kritik für jüngste Äußerungen zum Thema Femizid geerntet. Seine Bemerkungen während einer Show lösten Vorwürfe aus, er verharmlose Gewalt gegen Frauen. Nuhr wies die Vorwürfe zurück und betonte, seine Worte seien missverstanden worden.
Bei einem Auftritt verwies Nuhr darauf, dass in Deutschland jährlich etwa 300 bis 350 Femizide verzeichnet werden. Später fügte er hinzu, man solle einen Partner erst besser kennenlernen, bevor man mit ihm schlafen gehe – eine Aussage, die von manchen als Schuldzuweisung an Frauen für ihre eigene Sicherheit interpretiert wurde. Kritiker warfen ihm vor, damit die Schwere von Partnerschaftsgewalt herunterzuspielen.
Nuhr lehnte die Vorwürfe entschieden ab. Er versicherte, er habe niemals Witze über Femizide gemacht und werde dies auch nie tun. Zudem kritisierte er, dass digitale Empörung oft als allgemeine öffentliche Meinung dargestellt werde, und verteidigte Männer gegen das, was er als pauschale Vorverurteilung in der Femizid-Debatte ansieht.
Laut Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) aus dem Jahr 2024 wurden in Deutschland 328 Mädchen und Frauen getötet. Nuhr behauptet, seine ursprünglichen Aussagen hätten sich auf die problematische Verwendung wissenschaftlicher Begriffe in Verallgemeinerungen bezogen – nicht auf das Verbrechen selbst.
Die Kontroverse zeigt die anhaltenden Diskussionen darüber auf, wie öffentlich über Femizide gesprochen wird. Offizielle Daten bestätigen das Ausmaß des Problems mit Hunderten gemeldeten Fällen pro Jahr. Nuhr bleibt dabei: Seine Äußerungen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden.
