25 May 2026, 02:08

Deutschland reformiert Staatsbürgerschaft: Einbürgerung wird deutlich einfacher

Neues Staatsbürgerschaftsgesetz beschleunigt Naturalisierungen

Deutschland reformiert Staatsbürgerschaft: Einbürgerung wird deutlich einfacher

Deutschland hat sein Staatsbürgerschaftsrecht grundlegend reformiert und damit den Weg zur Einbürgerung für langjährige Einwohner erleichtert. Das neue Staatsangehörigkeitsgesetz verkürzt die Mindestaufenthaltsdauer von acht auf fünf Jahre. Zudem ermöglicht es doppelten Staatsbürgerschaften für junge Erwachsene, die in Deutschland von ausländischen Eltern geboren wurden – und schafft damit die bisherige Regelung ab, die sie mit 18 zwang, sich für eine Nationalität zu entscheiden.

Nach dem aktualisierten Gesetz können Ausländer nun nach fünf Jahren Aufenthalt in Deutschland die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen. Bei besonders gelungener Integration ist dies bereits nach drei Jahren möglich. Bewerber müssen in der Regel finanzielle Unabhängigkeit sowie Deutschkenntnisse auf B1-Niveau nachweisen, wobei es Ausnahmen für Gastarbeiter und deren Ehepartner gibt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Kinder, die in Deutschland geboren werden, erhalten automatisch die Staatsangehörigkeit, wenn mindestens ein Elternteil seit mehr als fünf Jahren eine Niederlassungserlaubnis besitzt. Diese Änderung soll den Prozess für bereits hier lebende Familien vereinfachen.

Das Gesetz führt auch strengere Auflagen ein: Die Staatsbürgerschaft wird Personen verweigert, die wegen antisemitischer, rassistischer oder anderer unmenschlicher Taten verurteilt wurden. Bewerber müssen zudem Israels Existenzrecht anerkennen und die historische Verantwortung Deutschlands für den Schutz jüdischen Lebens bestätigen.

Die 36-jährige SPD-Abgeordnete Ye-One Rhie spielte eine zentrale Rolle bei der Ausarbeitung des Gesetzes. Sie setzt sich seit Langem für Migrations- und Integrationsreformen ein und plädiert für einen inklusiveren Ansatz.

Mit rund 12 Millionen Ausländern in Deutschland – davon 5,3 Millionen, die seit mindestens einem Jahrzehnt im Land leben – könnten die neuen Regelungen die Einbürgerungszahlen deutlich steigern. 2023 erhielten etwa 200.000 Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft, doch unter dem reformierten System wird mit einem Anstieg gerechnet. Zudem erwarten die Behörden eine Entlastung der Verwaltung, da weniger Einwohner ihre Aufenthaltstitel wiederholt verlängern müssen.

Die Reformen markieren einen bedeutenden Wandel in Deutschlands Umgang mit der Staatsbürgerschaft. Sie öffnen Millionen langjährigen Einwohnern die Tür, während sie gleichzeitig das Engagement gegen Diskriminierung stärken. Die Änderungen treten sofort in Kraft; die Behörden bereiten sich auf einen Anstieg der Anträge vor.

Quelle