CDU attackiert Solingens Stadtplanung: "Fronhof-Projekt wird zum Sargnagel für die Nordstadt"
Miriam WeberCDU attackiert Solingens Stadtplanung: "Fronhof-Projekt wird zum Sargnagel für die Nordstadt"
Die CDU-Fraktion in Solingen hat die städtische Verwaltung wegen des Umgangs mit der nördlichen Innenstadt scharf kritisiert und das aktuelle Fronhof-Projekt als schweren Rückschlag bezeichnet. Die Fraktionsführung wirft der Stadt vor, den Stadtteil jahrelang vernachlässigt zu haben – mit den Folgen von sinkenden Einzelhandelsumsätzen, niedrigen Mieten und steigender Arbeitslosigkeit. Besonders bemängelt werden das Fehlen einer öffentlichen Debatte sowie die verpassten Ziele der städtischen Entwicklungsplanung.
Die nördliche Solinger Innenstadt kämpft seit Jahren mit strukturellen Problemen: schrumpfende Gewerbetätigkeit, hohe Arbeitslosigkeit und mangelnde Sicherheit verschärfen die Lage. Die CDU hält den bestehenden Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) „City 2030“ für unzureichend, um diese Missstände zu beheben.
Fraktionchef Daniel Flemm kritisierte, dass es keine öffentliche Diskussion über die Zukunft des Viertels gebe. Der planungspolitische Sprecher Lukas Schrumpf warf der Stadtverwaltung vor, vereinbarte Ziele – insbesondere beim Fronhof-Projekt – zu ignorieren. Die CDU sieht in dem Vorhaben, das über 100 neue Sozialwohnungen vorsieht, den „letzten Sargnagel“ für den Stadtteil.
Die Fraktion lehnt den Schwerpunkt auf geförderten Wohnungsbau ab und warnt vor einer Vertiefung der sozialen Spaltung sowie einer Schwächung der lokalen Kaufkraft. Stattdessen schlägt sie vor, das Weyersberg-Gelände zu einem Sportviertel mit verbessertem städtischem Design auszubauen. Langfristig soll demografischer Wandel durch bezahlbaren, hochwertigen Wohnraum gestaltet werden – kombiniert mit sozialer Durchmischung, besseren Arbeitsplätzen und mehr Sicherheit.
Im Mittelpunkt der CDU-Kritik steht die Sorge, dass das Fronhof-Projekt die bestehenden Probleme der nördlichen Innenstadt weiter verschärfen könnte. Die Fraktion fordert eine Überarbeitung der ISEK-Ziele, um soziale Ausgewogenheit, wirtschaftliche Entwicklung und Sicherheit priorisiert voranzutreiben. Ohne Kurskorrektur, so die Warnung, drohe der weitere Niedergang des Stadtteils.






