22 March 2026, 02:07

BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie für 1,7 Milliarden Dollar Schuldenabbau

Liniendiagramm, das die Wertminderungen von Vermögenswerten für Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie für 1,7 Milliarden Dollar Schuldenabbau

BP hat sich bereit erklärt, seine Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group zu verkaufen. Durch den Deal wechseln rund 1.800 Mitarbeiter den Besitzer, und der Energieriese könnte bis zu 1,7 Milliarden Dollar an Verbindlichkeiten abbauen. Der Schritt erfolgt im Rahmen von BPs beschleunigten Umstrukturierungsplänen angesichts der schwankenden Ölmärkte.

Die Anlage in Gelsenkirchen verarbeitet jährlich 12 Millionen Tonnen Rohöl. Der Verkauf ist Teil von BPs umfassender Strategie, bis 2027 Vermögenswerte im Wert von 20 Milliarden Dollar zu veräußern – davon sind bereits über 11 Milliarden umgesetzt. Analysten der HSBC reagierten mit einer Hochstufung der BP-Aktie von "Reduzieren" auf "Halten" und erhöhten das Kursziel. Sie bewerteten den Raffineriedeal als positiven Schritt.

Zudem hat BP sein Sparziel für 2027 auf 6,5 bis 7,5 Milliarden Dollar angehoben. Ziel ist es, die Bilanz zu stärken und die zukünftige Liquidität zu sichern. Dennoch ist der Börsenwert des Unternehmens von rund 100 Milliarden Dollar 2023 auf 85 Milliarden Dollar Anfang 2026 gesunken. Rückläufige Ölpreise – von über 80 Dollar pro Barrel 2023 auf unter 70 Dollar 2025 –, enttäuschende Quartalsergebnisse und hohe Explorationskosten belasten die Performance.

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Gleichzeitig halten die Spannungen in den Lieferketten an. Die US-Regierung erteilte kürzlich eine 60-tägige Ausnahmegenehmigung vom Jones Act, um Engpässe zu entschärfen. Parallel dazu sperrte BP 800 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter in seiner Raffinerie in Whiting, Indiana, aus, nachdem Tarifverhandlungen gescheitert waren. Die eskalierenden geopolitischen Konflikte, darunter Blockaden in der Straße von Hormus, trieben den Preis für Brent-Rohöl wieder auf etwa 112 Dollar pro Barrel hoch.

Die BP-Aktie schloss am Freitag bei 6,45 Euro und verzeichnete damit trotz eines leichten Tagesrückgangs ein Plus von 27 Prozent seit Jahresbeginn. Das Unternehmen steht weiterhin in der Kritik von Investoren, die den zögerlichen Umstieg auf erneuerbare Energien bemängeln, während es sich durch einen turbulenten Ölmarkt navigiert.

Der Verkauf der Gelsenkirchener Raffinerie verringert BPs Verbindlichkeiten und bringt das Unternehmen seinen Desinvestitionszielen näher. Angesichts wieder steigender Ölpreise und laufender Restrukturierungen konzentriert sich BP auf finanzielle Stabilität. Die Auswirkungen auf die Belegschaft und die langfristige Strategie werden sich zeigen, sobald weitere Geschäfte abgeschlossen werden.

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