23 April 2026, 18:10

Bodenzerstörung treibt Millionen in die Flucht – und bedroht die globale Sicherheit

Weltkarte mit Farbverläufen, die verschiedene Grade der Wassererosionsanfälligkeit anzeigen, begleitet von erklärendem Text.

Bodenzerstörung treibt Millionen in die Flucht – und bedroht die globale Sicherheit

Bodenzerstörung vertreibt Millionen aus ihrer Heimat und bedroht die globale Stabilität

Über 169 Länder leiden unter schwerem Bodenverlust, Dürren und Desertifikation – so die Zahlen des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD). Die Krise hat ein solches Ausmaß angenommen, dass Experten warnen: Der Klimawandel wird das Problem weiter verschärfen und noch mehr Menschen zur Flucht zwingen, um zu überleben.

Die in Bonn ansässige UNCCD koordiniert die internationalen Gegenmaßnahmen. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung klarer Indikatoren, um die Fortschritte beim Nachhaltigkeitsziel (SDG) 15.3 zu messen – dem Ziel einer neutralen Bodendegradation. Bisher haben sich über 100 Staaten einem Programm angeschlossen, das nationale Ziele zur Wiederherstellung zerstörter Böden setzt.

Auf einer kürzlich von Namibia und der UNCCD gemeinsam ausgerichteten Hochrangigen Konferenz wurde ein neuer Strategischer Rahmen für das Dürrerisikomanagement verabschiedet. Das Vorhaben zielt darauf ab, die Widerstandsfähigkeit in besonders gefährdeten Regionen zu stärken, wo anhaltende Trockenperioden Ernten vernichten und Gemeinden zur Aufgabe ihrer Heimat zwingen.

Ein Erfolgsbeispiel ist die "Grüne Mauer" in der afrikanischen Sahelzone. Durch die Renaturierung degradierter Flächen hat das Projekt Arbeitsplätze geschaffen, die Ernährungssicherheit verbessert und Migration gebremst. Doch die Herausforderungen bleiben gewaltig: Weltweit könnten fast 500 Millionen Hektar Brachland wieder nutzbar gemacht werden – eine mögliche Lösung für Nahrungsmittelknappheit und Vertreibung.

Dass Migration mit Bodendegradation und Klimastress zusammenhängt, ist weit verbreiteter als lange angenommen. Daten zeigen, dass fast alle irregulären Migranten, die über das Mittelmeer nach Europa kommen, aus ariden Regionen stammen. Steigende Temperaturen und weitere Bodenzerstörung werden diese Wanderungsbewegungen voraussichtlich noch verstärken.

Die Arbeit der UNCCD unterstreicht sowohl die Dringlichkeit als auch die Handlungsmöglichkeiten. Mit 18 UN-Einrichtungen in Bonn gewinnt die Initiative für Bodenwiederherstellung und Dürreresilienz an Fahrt. Die Renaturierung zerstörter Flächen könnte Migrationsdruck verringern, die Nahrungsmittelversorgung sichern und Gemeinden stabilisieren – vorausgesetzt, die Staaten setzen ihre Zusagen zügig um.

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