08 June 2026, 06:06

Bochum forscht an geothermischer Wärme aus 2.000 Metern Tiefe für klimaneutrale Städte

Tiefe Geothermie: Eine Karte des Bochumer Untergrunds

Bochum forscht an geothermischer Wärme aus 2.000 Metern Tiefe für klimaneutrale Städte

Neues Forschungsprojekt erkundet geothermisches Potenzial unter Süd-Bochum

Die Initiative „VESTA CONTRAST“ soll in einem fünf Kilometer langen Abschnitt des Untergrunds bis in 2.000 Meter Tiefe die geothermischen Möglichkeiten ausloten. Finanziert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, zielt das Projekt darauf ab, sauberere Wärmeversorgungslösungen für Städte zu erschließen.

Das Ruhrgebiet birgt ungenutztes geothermisches Potenzial: Pro 100 Meter Tiefe steigt die Temperatur um etwa 3 °C. Fachleute gehen davon aus, dass tiefere geologische Schichten ganze städtische Gebiete nachhaltig mit Wärme versorgen könnten. Bisher decken oberflächennahen Systeme zwar den Bedarf von Einfamilienhäusern, doch tiefere Reservoirs sind kaum erforscht.

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Im Mittelpunkt von „VESTA CONTRAST“ stehen Sandsteinschichten aus dem Karbon, die vor über 300 Millionen Jahren entstanden. Mit geophysikalischen Methoden wollen die Forscher:innen thermische Reservoirs identifizieren, die sich für eine großflächige Nutzung eignen. Ähnliche Tiefengeothermie-Systeme versorgen Städte wie München und Paris bereits seit Jahrzehnten erfolgreich mit Wärme.

Das Potenzial in Deutschland ist beträchtlich: Drei Viertel der bestehenden Gebäude könnten geothermisch beheizt werden. Zudem ließe sich so ein Viertel der kommunalen Fernwärmenetze und des industriellen Wärmebedarfs decken. Die Erkenntnisse des Projekts sollen zeigen, wie sich diese unterirdischen Ressourcen am besten nutzen lassen.

Mit 330.000 Euro Bundesförderung legt das Vorhaben den Grundstein für die künftige Geothermie-Entwicklung in Bochum und Witten. Bei Erfolg könnte die Forschung den Umstieg von fossilen Brennstoffen auf nachhaltige Wärmeversorgung in der Region beschleunigen. Die Ergebnisse könnten auch als Vorbild für ähnliche Projekte in anderen Teilen Deutschlands dienen.

Quelle