Bergisch Gladbachs Haushaltsstreit spaltet Politik und belastet Bürger mit hohen Steuern
Jakob MayerBergisch Gladbachs Haushaltsstreit spaltet Politik und belastet Bürger mit hohen Steuern
Die Haushaltsverhandlungen in Bergisch Gladbach haben sich zu einer der größten Herausforderungen für die lokale Politik seit Jahren entwickelt. Ohne eine regierende Koalition sind die Spannungen zwischen den Parteien groß, da sie über die Ausgabenprioritäten streiten. Der CDU-Vorsitzende Michael Metten sprach kürzlich bei einer Veranstaltung des BürgerClubs mit den Einwohnern und erläuterte die Position seiner Partei zu Steuern, Personalabbau und zentralen Projekten.
In den vergangenen fünf Jahren sind die Steuerlasten für Haushalte in Bergisch Gladbach um etwa 12 Prozent gestiegen. Damit liegt die Stadt über dem Durchschnitt Nordrhein-Westfalens von 10 Prozent und belegt Platz 15 im Landesvergleich der höchsten kommunalen Abgaben – hinter Wuppertal, Köln und Düsseldorf, aber noch vor Bonn und Aachen. Die Daten aus dem IKSteuer-Bericht 2025 unterstreichen die finanzielle Belastung der Bürgerinnen und Bürger.
Beim BürgerClub-Treffen betonte Metten, die CDU werde auch dann nicht mit der AfD zusammenarbeiten, wenn deren Stimmen Entscheidungen beeinflussen könnten. Er bestand darauf, dass sich die Partei an ihren Wählerauftrag halte und den Fokus auf Schulen, Straßensanierungen sowie das Entwicklungsgebiet Zanders lege. Trotz knapper Kassen setzt sich die CDU für mehr Bauaufsichts- und Genehmigungsbeamte ein.
Metten schlug zudem vor, die Personalkosten zu kürzen, insbesondere in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Social Media. Er will die Ausgaben für Personal deckeln und eine geplante Erhöhung der Grundsteuer um 100 Punkte auf nur noch 25 Punkte reduzieren. Obwohl die Gespräche mit SPD und Grünen weiterlaufen, machte er deutlich, dass ein Haushaltskompromiss nicht zu einer formalen Koalition oder langfristigen Partnerschaft führen werde.
Das Arbeitsverhältnis zwischen Metten und Bürgermeister Marcel Kreutz, das bereits ein Jahrzehnt währt, bleibt kollegial. Doch der Haushaltsstreit zeigt keine Anzeichen einer Entspannung – die CDU setzt weiterhin auf Haushaltsdisziplin statt auf den Ausbau von Leistungen.
Der finanzielle Druck zwingt die Stadt zu harten Entscheidungen, von Steueranpassungen bis hin zum Personalabbau. Sollten die CDU-Vorschläge durchkommen, könnten die Bürger mit geringeren Steuererhöhungen rechnen – allerdings auf Kosten neuer Angebote. Das Ergebnis wird den Haushalt Bergisch Gladbachs für die kommenden Jahre prägen.






