Bergisch Gladbach kämpft mit massivem Mangel an Betreuungsplätzen für Grundschüler
Miriam WeberBergisch Gladbach kämpft mit massivem Mangel an Betreuungsplätzen für Grundschüler
Bergisch Gladbach steht vor einem massiven Mangel an Betreuungsplätzen für den kommenden Schuljahrgang. Mindestens 185 Kinder – darunter 13 Erstklässler der GGS Moitzfeld – erhalten trotz rechtzeitiger Anmeldung durch ihre Eltern keinen Platz in der Nachmittagsbetreuung. Die Stadt kommt mit der steigenden Nachfrage nach ganztägiger Betreuung nicht nach.
Besonders prekär ist die Situation an der GGS Moitzfeld: Hier stehen nur 140 Plätze für 240 Schüler zur Verfügung – eine Abdeckungsquote von etwa 58 Prozent. Ab dem Schuljahr 2026/27 haben in Deutschland alle Grundschulkinder einen gesetzlichen Anspruch auf Ganztagsbetreuung, beginnend mit den Erstklässlern. Dieser umfasst acht Stunden Betreuung täglich, von 8 bis 16 Uhr.
Die Stadt schlägt Lösungsansätze vor, um die Engpässe zu entschärfen. Eine Maßnahme sieht die Einführung einer „erweiterten Betreuungszeit“ an der GGS Heidkamp vor, wodurch bis zu 10 zusätzliche Plätze entstehen könnten. Ein weiterer Vorschlag ist der Bau eines Modulgebäudes auf der Grünfläche hinter der GGS Moitzfeld, der derzeit intern geprüft wird. Ohne solche Schritte würde sich die Lage weiter verschärfen – noch mehr Familien wären betroffen.
Aktuell können 32 Kinder, die einen gesetzlichen Betreuungsanspruch haben, nicht untergebracht werden. Das Modell der „erweiterten Betreuungszeit“ erfüllt die rechtlichen Vorgaben nicht vollständig, da es die geforderten acht Stunden nicht abdeckt.
Die Stadt bemüht sich um Abhilfe, doch die bisherigen Maßnahmen reichen möglicherweise nicht aus. Ohne weitere Lösungen werden viele Kinder auch künftig ohne Nachmittagsbetreuung auskommen müssen. Die Situation zeigt die Herausforderungen auf, die mit der schrittweisen Einführung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung in den kommenden Jahren verbunden sind.
