Bergisch Gladbach droht 50-Millionen-Defizit – Steuern sollen Haushalt retten
Tobias LehmannBergisch Gladbach droht 50-Millionen-Defizit – Steuern sollen Haushalt retten
Bergisch Gladbach steht vor einem jährlichen Haushaltsdefizit von rund 50 Millionen Euro für das Jahr 2026. Stadtkämmerer Thore Eggert skizzierte bei einem aktuellen Workshop der BürgerAkademie die finanziellen Herausforderungen und verwies dabei auf steigende Kosten sowie begrenzte Einsparmöglichkeiten.
Das 500 Seiten starke, komplexe und unübersichtliche Haushaltsdokument bereitet vielen Bürgerinnen und Bürgern Schwierigkeiten, die Details nachzuvollziehen. Eggerts Präsentation erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem die Stadt mit Verzögerungen bei der Finalisierung ihres jährlichen Haushaltsplans kämpft – bedingt durch die jüngsten Kommunalwahlen.
Der Großteil der städtischen Ausgaben ist bereits fest verplant, sodass kaum Spielraum für Kürzungen bleibt. Sozialleistungen und Lohnerhöhungen für das Personal bleiben die größten Kostentreiber, sodass nur wenige Bereiche für Einsparungen infrage kommen.
Verhandlungen zwischen den politischen Fraktionen laufen noch, da für die Verabschiedung des Haushalts Kompromisse notwendig sein werden. Eggert, der als parteiloser Stadtrat amtiert, betonte, dass eine Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuern jährlich zusätzliche 4 Millionen Euro einbringen könnte. Ohne diese Anpassung müsste die Stadt möglicherweise einen Haushaltssanierungsplan umsetzen.
Für Investitionen sind im Jahr 2026 zwar 126 Millionen Euro vorgesehen, doch Eggert zweifelt daran, dass die Mittel vollständig abgerufen werden können. Fachkräftemangel und Engpässe bei Baufirmen könnten geplante Projekte verzögern.
Normalerweise wird der Haushalt noch vor Jahresende vom Stadtrat beschlossen. In diesem Jahr hat sich der Prozess jedoch aufgrund der jüngsten Wahlen verzögert, was die finanzielle Planung zusätzlich verunsichert.
Der Haushalt von Bergisch Gladbach bleibt unter Druck – mit einem prognostizierten jährlichen Defizit von 50 Millionen Euro. Eggerts Vorschlag, die Steuern zu erhöhen, zielt darauf ab, strengere Konsolidierungsmaßnahmen zu vermeiden. Die endgültige Entscheidung hängt jedoch von einer politischen Einigung ab.
Auch die Umsetzung der geplanten Investitionen steht und fällt mit der Bewältigung des Fachkräfte- und Baustellenmangels. Bis der Haushalt verabschiedet ist, bleibt die Finanzplanung in der Schwebe.