17 March 2026, 02:08

Bayer feiert Kerendia-Durchbruch – doch Roundup-Klagen belasten die Bilanz

Ein altes Buch mit einer Zeichnung eines Thermometers, das mit "Bayer Thermometer Patent No. 263,649" beschriftet ist.

Bayer feiert Kerendia-Durchbruch – doch Roundup-Klagen belasten die Bilanz

Die Pharmasparte von Bayer meldet einen bedeutenden Durchbruch mit ihrem Medikament Kerendia, das in einer Studie zur nicht-diabetischen chronischen Nierenerkrankung sein primäres Ziel erreichte. Die Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen weiterhin unter den finanziellen Belastungen durch Klagen im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Roundup leidet. Anleger reagierten positiv: Die Aktie stieg um 4,71 % auf 40,25 Euro.

Kerendia – chemisch als Finerenon bekannt – ist bereits in wichtigen Märkten zugelassen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) gab im Juli 2022 grünes Licht für die Behandlung von chronischer Nierenerkrankung (CKD) bei Patienten mit Typ-2-Diabetes (T2D), gefolgt von der japanischen PMDA im September 2022 und Health Canada. Grundlage für diese Zulassungen waren die Phase-3-Studien FIDELIO-DKD und FIGARO-DKD, die sich auf kardiorenale Ergebnisse bei CKD/T2D-Patienten konzentrierten. Der jüngste Studienerfolg erweitert nun das potenzielle Einsatzgebiet über Diabetiker hinaus und vergrößert damit den Markt deutlich.

Unterdessen halten Bayers finanzielle Probleme an. Das Unternehmen verzeichnete 2025 einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro, vor allem aufgrund von Prozesskosten im Zusammenhang mit Roundup. Die Nettoverschuldung liegt bei fast 30 Milliarden Euro, was die Sorgen der Anleger verstärkt. Von entscheidender Bedeutung sind die rechtlichen Entwicklungen in den USA: Am 1. April 2026 finden vor dem Obersten Gerichtshof mündliche Verhandlungen zu den Warnhinweisen auf Roundup statt. Eine Entscheidung wird bis Mitte Juni 2026 erwartet, die sowohl die rechtlichen Verpflichtungen des Konzerns als auch die Lieferketten für Glyphosat beeinflussen könnte.

Ebenfalls für den 1. April 2026 angesetzt ist die Hauptversammlung des Unternehmens, auf der die Aktionäre über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie abstimmen werden. Ein günstiges Urteil des Supreme Court in Kombination mit den klinischen Fortschritten von Kerendia könnte die finanziellen Belastungen lindern. Dies würde Bayers Pläne unterstützen, in den nächsten zehn Jahren zehn Blockbuster-Medikamente auf den Markt zu bringen.

Die erweiterte Zulassung von Kerendia könnte das Präparat zu einem Blockbuster machen und die Pharmaumsätze von Bayer deutlich steigern. Ein positives Urteil des Supreme Court im Roundup-Streit würde die finanzielle Last weiter verringern und es dem Unternehmen ermöglichen, sich auf seine Medikamenten-Pipeline zu konzentrieren. Die Aktionäre werden die kommenden Monate genau beobachten, in denen sich rechtliche und regulatorische Weichenstellungen entscheiden.

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