Apothekerkammer Nordrhein in der Finanzkrise: Millionen fehlen – und Fragen bleiben offen
Tobias LehmannApothekerkammer Nordrhein in der Finanzkrise: Millionen fehlen – und Fragen bleiben offen
Apothekerkammer Nordrhein steht wegen Finanzgebaren in der Kritik
Die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) gerät zunehmend unter Druck wegen ihres Finanzmanagements. Der Anwalt und Steuerberater Dr. Bernhard Bellinger hat auf fehlende Gelder und fragwürdige Ausgaben hingewiesen. Seine Vorwürfe stehen im Mittelpunkt der morgigen Mitgliederversammlung in Neuss.
Bellinger, der mehr als 100 klagende Kammermitglieder vertritt, verwies auf eine 1,5-Millionen-Euro-Festgeldanlage, die in den Jahresabschlüssen von 2020 plötzlich nicht mehr auftauchte. Das Geld erschien 2023 wieder – diesmal als 3 Millionen Euro, angeblich aus aufgelösten Wertpapieren und verringerten Bankguthaben. Auf seine Nachfragen erhielt er jedoch nur eine ausweichende Antwort, wonach seine Anfrage „geprüft“ werde.
In den Haushaltsplänen für 2025 und 2026 sind 450.000 Euro für die Kanzlei Luther vorgesehen, die Beitragsstreitigkeiten bearbeiten soll. Bellinger vermutet, dass es sich dabei um eine Pauschalgebühr handelt, nicht um eine Kostenschätzung. Er argumentiert, die Kammer solle Konflikte intern lösen und externe juristische Beratung nur im Notfall hinzuziehen.
Ein weiterer Streitpunkt ist die geplante Fassadenrenovierung für 2,3 Millionen Euro. Bellinger wirft Kammerpräsident Dr. Armin Hoffmann vor, die Mittel bewilligt zu haben, um übermäßige Rücklagen abzubauen. Die Geschäftsführung und die Rechtsabteilung werden sich in der Versammlung zu den Vorwürfen äußern – die Stimmung dürfte angespannt sein.
Bellinger selbst wird nicht teilnehmen, da ihm der Zutritt verwehrt wurde. Die Kanzlei der Kammer wird jedoch anwesend sein, vermutlich in Erwartung weiterer juristischer Auseinandersetzungen.
Die Versammlung muss nun entscheiden, wie mit den Haushaltsfragen und Rechtsstreitigkeiten umgegangen wird. Die Mitglieder fordern mehr Transparenz bei den fehlenden Geldern und den hohen Anwaltskosten. Von der Kammerführung wird morgen eine ausführliche Stellungnahme erwartet.






