10.000 Krankenhausmitarbeiter protestieren in Düsseldorf gegen Finanzkrise im Gesundheitswesen
Miriam Weber10.000 Krankenhausmitarbeiter protestieren in Düsseldorf gegen Finanzkrise im Gesundheitswesen
Tausende Krankenhausmitarbeiter gingen am 20. September 2023 in Düsseldorf auf die Straße, um bessere Finanzierung zu fordern. Die Demonstration machte die wachsende Finanzkrise im deutschen Gesundheitssektor deutlich. Unter den Protestierenden waren Beschäftigte der Kplus-Gruppe aus den Krankenhäusern in Haan, Hilden, Leverkusen und Solingen.
Die Kundgebung wurde vom Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) organisiert. Rund 10.000 Menschen beteiligten sich und forderten eine nachhaltige Finanzierung, die die Inflation abdeckt, sowie eine für 2024 geplante Lohnerhöhung von 10 Prozent. Sie warfen der Bundesregierung vor, ihrer gesetzlichen Pflicht nicht nachzukommen, die Krankenhäuser für steigende Kosten zu entschädigen.
Bereits im Juni 2023 hatte die Kplus-Gruppe für drei ihrer vier Standorte Eigenverwaltungsanträge wegen Insolvenz gestellt. Mehr als 40 Krankenhausbetreiber in ganz Deutschland taten dies in diesem Jahr ebenfalls. Die Gruppe rechnet nun innerhalb der nächsten zwölf Monate mit Zahlungsausfällen bei ihren insolventen Häusern.
Ingo Morell, Präsident der KGNW, warnte, dass Krankenhausleitungen vor einer unmöglichen Entscheidung stünden: Sie müssten zwischen der Bezahlung des Personals und dem Risiko des Kollapses ihrer Einrichtungen abwägen.
Die Proteste unterstreichen die Belastung der medizinischen Einrichtungen durch unzureichende Finanzierung. Ohne zusätzliche Unterstützung könnten weitere Krankenhäuser in die Insolvenz rutschen. Ziel der Demonstrationen war es, auf sofortige finanzielle Lösungen zu drängen, um den Sektor zu stabilisieren.
